Putzfee auf Wolke sieben

Kassel, 27.09.2017

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Gut ausgerüstet: Manuela Maass in ihrer neuen Arbeitskleidung. Auch für den Winter hat sie Kleidung von der Firma Baureka bekommen, die ihr auch den Müllsammelwagen besorgt hat. Vertriebsleiter Jens Andrecht brachte diesen jetzt vorbei.

Arbeitslose Manuela Maass bekommt für Reinigungseinsatz viel Unterstützung

Manuela Maass hat in den vergangenen Tagen viel geweint. Aus Freude. Nach unserer Berichterstattung über die Arbeitslose, die seit vielen Monaten freiwillig an fünf Tagen die Woche die FriedrichEbert-Straße sauber hält, hat die Hartz-IV-Empfängerin von den Kasselern viel Unterstützung und Aufmerksamkeit bekommen.

Die Kasseler Baustoff-Recycling-Firma Baureka wollte der 47-Jährigen helfen und stattete sie nicht nur mit zwei Sätzen Arbeitskleidung aus, sondern beschaffte ihr auch einen professionellen Müllsammelwagen. Bislang hatte sie den aufgesammelten Müll in einem ausrangierten Kinderwagen transportiert.

„Wir haben den HNA-Artikel über Manuela Maass gelesen und wollten ihre Arbeit erleichtern. Denn das, was sie leistet, kann die Stadt gar nicht leisten“, sagt Jens Andrecht, Vertriebsleiter von Baureka. Sein Chef, Dirk Röth, habe das Vorhaben sofort unterstützt. Es müsse honoriert werden, wenn sich ein Arbeitsloser freiwillig einbringt.

Center an der Friedrich-EbertStraße, wollte den ungewöhnlichen Einsatz honorieren: Mit welchem Ehrgeiz Manuela Maass die Straße hier sauber hält, ist aller Ehren wert“, sagt Dormann. So hatte er sich entschieden, der motivierten Kasselerin eine Gleitsichtbrille zu schenken. Mit dieser hat die kurzsichtige Frau wieder den Durchblick. Den braucht sie auch, denn sie ist bei jedem Wetter von morgens 4.30 Uhr bis mittags auf der Kneipenmeile unterwegs, um den Unrat zu beseitigen.

Als „Putzfee“ fühlt sich Manuela Maass wie eine Art Maskottchen der Friedrich-EbertStraße. Inzwischen trägt sie selbstbewusst eine Mütze mit dieser Aufschrift, die sie von der Stickerei Kreuzstich als Dankeschön bekam.

Sie sei in den vergangenen Tagen sicher hundertmal von Passanten bei der Arbeit angesprochen worden. Kein Wunder: Nach dem HNA-Bericht wurde die Arbeitslose von mehreren Fernseh- und Radioteams bei ihrer Arbeit begleitet. Ich bin hier schon richtig berühmt“, sagt die 47 Jährige und vergießt schon wieder ein paar Tränen. Ihr Lohn für die Arbeit ist die Anerkennung durch die Menschen in dieser Stadt.

Eine Festanstellung hat sich für die Langzeitarbeitslose, die nach der Wende nach Kassel kam, noch nicht ergeben. Ein Grund dafür ist, dass die kinderlose Kasselerin zeitlich nicht ganz so flexibel ist, weil sie in ihrer Wohnung an der Friedrich-Ebert-Straße ihren Mann pflegt, der ein paar Jahre älter ist. Aber vom Jobcenter Kassel hat sie für Januar eine Fortbildung angeboten bekommen. Auch ein Praktikum bei den Stadtreinigern steht in Aussicht.

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